Massengrab Mittelmeer – german only

Headline: “Acht tote Flüchtlinge pro Tag im Kanal von Sizilien”

FrontexAufnahmeVogelperspektive

Nachrichteninhalt: “Massengrab Mittelmeer: Seit Jahresbeginn sind 1.931 Menschen auf dem Wasserweg nach Europa gestorben”.

“–und? sollen wir jetzt eine brücke bauen…oder einen fährbetrieb einrichten?” – so der Kommentar eines Online-Zeitungslesers am 21. August 2011 um 13:42 – zu erwähnten Bericht der Tageszeitung “Der Standard” am 17. August 2011, 07:00.

Niederschmetternd – nicht wahr? Noch mehr, bedenkt man dass es sich bei diesem Zitat um eines handelt welches zumindest nicht noch unmissverständlicher (und äusserst üblich) darauf verweist, dass “die” ja alle selbst schuld wären wenn sie krepieren, sollen sie doch bleiben wo sie sind, schliesslich zwingt sie ja niemand zu kommen, wo sie doch ohnehin niemand haben will – denn – also wirklich, das Boot ist allemal voll!

Ja. So sieht es aus. So tönt es unter jeder Nachricht in jeder noch so “seriösen” Tageszeitung die über eine der nächsten zahllosen Tragödien zum Thema Migration in Europa berichtet. Und diese wurden seit dem Tag der Veröffentlichung des obigen Beitrages alles andere als weniger!

Time’s Up wird nicht in der Lage sein an dieser Massen-Meinung zu rütteln. Wir werden auch nicht in der Lage sein Grundlegendes in der Europäischen Migrationspolitik zu ändern. Aber wir werden – innerhalb der uns zur Verfügung stehenden Mittel – im Konkreten Fall mit einer “Physical Narrative”, in der Lage sein, zusätzliche, oder zumindest andere Perspektiven zu eröffnen. Sofern wir, sprich unsere Arbeit von eben gesehen / gehört wird.

Die aktuelle Recherche zu “Mind the Map” ist bedrückend, sie macht traurig. Sie lässt uns wort- und sprachlos vor den Büchern, den Bildschirmen, den Berichten, den Dokumentationen sitzen. Sie lässt uns erschaudern. Umso – ja, gieriger, scheint hier das treffende Attribut – stürzen wir uns auf jene Nachrichten, die Menschlichkeit in sich bergen.

So wie die festgehaltenen Aussagen zum Beispiel von vereinzelten Fischern, die trotz wiederkehrender Repressionen (Entzug der Fischerlizenz, Beschlagnahmung ihrer Boote, Verhaftungen, Gerichtsverfahren,..) weiterhin in Not geratene Flüchtlinge retten.

So wie die 5 sizilianischen Bootsbesatzungen die Ende 2008 650 Flüchtlinge retteten. Einer der Kapitäne von damals, Kapitän Rosso aus Mazara del Vallo, erinnert sich in einem Gespräch mit Gabriel Del Grande 2008 daran wie er ein Baby an Board nahm, das ihm beim Schneiden von Grimassen ein fröhliches Lächeln schenkte folgendermassen: “In diesem Moment waren mir das Geld und die verlorene Zeit völlig egal. In diesem Moment hatte ich die Menschlichkeit gerettet. Wenn du auf dem Meer jemanden siehst, kannst du dich nicht einfach abwenden.”

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